Freitagabend Ritual: Achtsam essen am Wochenende

Seitdem ich denken kann, ist der Freitag Abend in meiner Familie eine heilige Institution sozusagen. Es ist immer die Zeit gewesen, in der wir uns als Familie zusammengefunden haben und sich bewusst Zeit füreinander genommen wurde. Und der Anker war dabei immer ein besonderes Essen. Wir haben uns alle schon während der Woche darauf gefreut. Freitag Abend war Quiche und Wein Abend, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr, das ich noch zu Hause gewohnt habe. Mittlerweile koche ich Freitag nicht immer das Gleiche, aber das Gefühl ist geblieben: der Wunsch danach, mir etwas Gutes zu tun, die Probleme der Woche, die Arbeit hinter mich zu lassen und Freude daran zu haben, meine kulinarische Kreativität mit jemandem zu teilen.



Rituale beim Essen

Rituale und Essen: Was ist (d)ein Ritual?


Das was für dich etwas Besonderes ist, mag nicht mein Besonderes sein. Aber ich habe dir oben eine kleine Inspiration gegeben. Finde auch gerne deine Lieblingsgerichte, die du Freitagabend ritualisieren kannst. Vielleicht sind das die Lieblingsgerichte aus deiner Kindheit oder die Reproduktion eines Gerichts, das sonst dein Lieblingsrestaurant für dich fabriziert. Das Ziel dabei ist, dir selbst Aufmerksamkeit zu schenken, dich mit deinem Körper zu verbinden sozusagen, dir Zeit für die Menschen um dich herum zu nehmen und die Natur wertzuschätzen. Das klingt jetzt vielleicht esoterisch, ist es aber gar nicht. Ein Ritual ist dann ein Ritual, wenn es einer Absicht folgt, du dabei aufmerksam und achtsam bist und schließlich, wenn sich die Aktion immer mal wieder aber regelmäßig wiederholt. Also im Grunde kann jede Aktion zum Ritual werden, sogar Abwaschen oder Zähneputzen oder eben auch Kochen und Essen. Solange du nur jeden Tag isst oder kochst, ist das Ganze einfach nur eine Gewohnheit, aber in dem Moment, wo du dir klar darüber bist, welche Intention du damit hast (was wünscht du dir (emotional) für diesen Moment?), dieser Tätigkeit deine volle Aufmerksamkeit schenkst (zurück kommen ins Jetzt, die Arbeit beiseite stellen, um in diesem Moment präsent zu sein), und Raum und Zeit für Wiederholungen einräumst (also jeden Freitagabend), schaffst du Verbindungen, die dem Alltag Freude und Sinnhaftigkeit schenken.